Freitag, 25. Juli 2008

Bernkastel-Kues, 25.07.2008

Hallo, Ihr Lieben,
Habe von Dimi den Hinweis bekommen, dass es auch eine normale Festnetz-Nummer gibt. Diese lautet : 06531-925119. Diese hat die normalen Gebühren für ein Festnetz-Gespräch.
Ansonsten geht es Dimi ganz gut. Er hat wahnsinnige Erfolgserlebnisse, vor allem, wenn er mit über 70 jährigen Wassergymnastik macht, ist er auf jeden Fall der Schnellste.
Morgen werde ich ihn das erste Mal besuchen fahren, um ihn ein wenig aufzubauen. Wir werden sehen.
Bei der Chefarztvisite hat man ihm diese Woche schon gesagt, dass er vielleicht mit 5-6 Wochen hinkommt.
Ich freue mich jedenfalls, wenn er wieder hier ist, langsam fange ich nämlich an, mit mir selber zu reden.
Weiteres später.
Petra (Privatsekretärin von Dimi :-) )

Montag, 21. Juli 2008

Bernkastel-Kues, 21.07.08

Hallo, an Alle!!
Dimi ist jetzt wohlbehalten in der Rehaklinik angekommen. Noch ist alles fremd für ihn, aber er ist zumindest froh, dass er endlich nach 7 1/2 Wochen Krankenhaus seine Ruhe hat. Endlich kann er nachts schlafen, ohne dass irgendeine Schwester ins Zimmer gestürzt kommt und irgendwelche komischen Spritzen verteilen will.
Die Ärzte können im Moment nicht viel machen. Er bekommt jetzt, weil er wahnsinnige Rückenschmerzen hat, erst einmal Massagen, Fangopackungen und Stromanwendungen (was auch immer das heißt). Aber unter Strom stand er doch schon vor dem Unfall, oder??
Außerdem versuchen sie jetzt, sein Gewicht wieder auf normal zu bekommen. Er hat ja 7 Kilo abgenommen und bekommt jetzt zusätzlich zu seinen reichhaltigen Mahlzeiten noch Eiweißdrinks. Schaun mer mal, ob es hilft. Vielleicht kann ich ihn ja bald "Arnold" nennen.
Man hat ihm allerdings jetzt schon gesagt, dass er aufgrund seiner schweren Verletzung mind. 6-8 Wochen in der Reha bleiben muß. Davon ist er natürlich nicht so begeistert, aber wenn er wieder hergestellt werden will, muss es wohl so sein.
Wer mal etwas mit ihm plaudern will, kann ihn gerne anrufen: Seine Nummer lautet:
01805-9200655119.
Er freut sich sicher über jede Aufmunterung.
Weitere News gibt es später.
Liebe Grüße
Petra (Sekretäriat Mouratidis)

Samstag, 19. Juli 2008

Das Röntgenbild......



Man könnte fast glauben, ich hätte vor Wut nach dem Unfall meine Fahrradkette verschluckt und Dr. Tsironis hätte sie dann direkt mit eingebaut.

Freitag, 18. Juli 2008

Gedanken und die Frage "Warum?"

28.05.08 16:00 Uhr , Tag 1
Leichter Regen. Von weitem höre ich das Signalhorn vom Rettungswagen.Ich liege mitten in einem Kreisverkehr und kann mich nicht mehr bewegen. Es ist mir bewusst, irgendwas ist in der Beckengegend kaputt gegangen. Mir gehen soviel Gedanken durch den Kopf: Warum war den Bodenbelag wie Schmierseife? Kann ich morgen in die Firma? Können wir in 2 Wochen zum Alf am El Yelmo? Wie sage ich meinen 18:00 Termin ab? Welche Verletzungen hab ich wohl?
Mein Kopf ist voll und gleichzeitig komplett leer. Ich spüre inzwischen die durchdringende Nässe. Der RTW ist da. Es regnet immer mehr.......
28.05.08 18:00 Uhr , Tag 1
Ich sehe nur noch Ärzte um mich herum. Röntgen, CT, Infusionen und Untersuchungen. Ich habe fürchterliche Schmerzen im Becken. Diagnose: Komplette Zertrümmerung der Beckenpfanne links, mein Bein steckt mehrere Zentimeter in meinem Körper. Man sagt mir direkt, wenns gut verläuft kann ich in 4-6 Monaten wieder laufen.
Die Petra ist inzwischen eingetroffen, ich bin so glücklich sie zu sehen. Ich lasse meine Gefühlen freien Lauf, hoffe das sie mich in 5 Minuten wieder heilt.
Das Rettungssystem in Deutschland funktoniert; Ich war unfähig mich zu bewegen, hilflos auf der Straße, und jetzt ist alles lebensnotwendige getan worden. Aber......warum ich? Warum heute?
04.06.08 Tag 8
Ich wache auf, schemenhaft nehme ich die Konturen der Petra und einer Krankenschwester wahr. Kaum in der Lage wach zu bleiben und zu sprechen, mein Körper ist völlig entkräftet. Ich entdecke 3 Infusionseingänge und einen ganzen Strang Schläuche aus meinem Körper heraus. Meine Frage in Richtung Krankenschwester "Ob sie Flügel hätte?" wurde verneint; mir wird klar das ich noch lebe, wenn auch ziemlich ramponiert.
Ich habe einen HB-Wert von 8,4, was extrem wenig ist. Das ist der Hämoglobinwert, der den Sauerstofftransport und damit die Ausdauerleistungsfähigkeitfähigkeit angibt. Bei einem gesunden Menschen liegt er bei 14-17. Bei meinem Wert fühlt man sich, als wenn man einem Vampir zum Frühstück gedient hätte.
08.06.08 Tag 12
Es geht mir immer schlechter. Die OP ist scheinbar gelungen. Chefarzt Dr. Tsironis und sein Team haben wohl nicht 8 Stunden umsonst im Operationssaal verbracht. Aber psychisch hauts einfach nicht hin, ich weiß einfach nicht wie ich das alles was auf mich zukommt bewältigen soll. Die Ärzte sprechen von einer "post-operativen Depression". Ich muß mir heute einen Nullpunkt setzten, ab dem es aufwärts geht, das ist mir bewusst.
24.06.08 Tag 28
Mein HB-Wert liegt bei 11,2, immer noch weit unter "Normal". Ich werde das erste mal mit einer Art Hebebühne aufgestellt, und in einem Gehapparat gesteckt. Das linke Bein darf nun mit 15 kg belastet werden, 3 Wochen nach OP ist die Kallusbildung noch nicht genug fortgeschritten.
Es könnte alles zerbrechen. Deprimierend wie ich mich über den Flur schleppe. Mir geht gerade durch den Kopf wie ich schon zweimal relativ locker mit dem Rad auf den Großglockner geradelt bin!
17.07.08 Tag 51
Mein HB-Wert liegt nun bei 13,8. Seit zwei Tagen darf ich sitzen und mein linkes Bein mit 30 kg belasten. Viele harte Arbeit mit einen Therapeuten. Entlassung aus dem Krankenhaus, es geht in die Reha-Klinik. Wo ist die Zeit geblieben? Es waren doch über 7 Wochen, ich weiß es nicht. Ich rechne gerade, 101 Trombose Spritzen waren es. Unglaublich! Es geht weiter im Tunnel, ich erkenne ein ganz kleines Licht am Ende.........

Danksagungen

den Chefarzt der Chirugie, Herrn Dr. Tsironis und seinem OP-Team,
für die Operation+Wiederherstellung meiner schweren Verletzung

an den Stationsärzten, Dr. Niewöhner und Dr. Tüylü,
die vor allem nach der OP immer für mich da waren

an alle Therapeuten, Schwestern und Pfleger,
für alles

meiner lieben Freundin Petra,
für den 24 stündigen Beistand, der Hilfe und der Geduld die Sie mit mir hatte.

meinen Eltern, meiner Schwester, allen meinen Freunden, den Nachbarn, den Gleitschirmfreunden RML, den Sportschützen Köln-Stammhein, den Kollegen, der Vinnolit GmbH sowie der BG-Chemie,
für alle Aufmunternden Worte und Genesungswünsche in Form von Besuchen, Geschenken, Telefonaten, Mails und Karten.

für den Skistar Hermann Maier,
der mir und sicherlich auch anderen Sportlern mit dem Buch über seinem Motorradunfall viel Mut gemacht hat.

für die unbekannte junge Frau,
die nach meinem Unfall im Regen bei mir war und vorbildlich meine Erstversorgung und den Krankenwagen organisiert hat.

Es geht in die Reha-Klinik

Ich bin nach insgesamt 51 Tagen im Krankenhaus nun für drei Tage zuhause. Am Montag den 21.7.08 bin ich dann in der Median Klinik in Bernkastel-Kues. Darauf freue ich mich nun riesig, endlich gehts in einen neuen Abschnitt. Nach über 7 Wochen im Krankenhaus kann man das bestimmt sehr gut nachvollziehen, ich stand wirklich kurz vorm Krankenhauskoller. Soweit gehts mir recht gut, kann die verletzte Seite mit 30 kg belasten (geplant bis zum 30.7.08) dann erst in höhere Belastung. Aber alles verheilt gut (Röntgenbild folgt), nur meine Muskulatur, Ausdauer und Beweglichkeit ist noch sehr eingeschränkt.

Sonntag, 6. Juli 2008

Frechen, den 05.07.08


Es geht langsam aufwärts!!!!


Seit letztem Dienstag werde ich eingeschränkt mobil gemacht. Ich darf jetzt 2-3 mal am Tag mit Begleitung einen kleinen Spaziergang auf Krücken absolvieren. Das linke Bein darf allerdings nur mit maximal 15 kg belastet werden. Es geht jeden Tag besser, das Aufstehen aus dem Bett ist immer wieder ein Abenteuer, da ich im Moment noch auf keinen Fall sitzen darf und ich immer direkt aus dem Liegen in den Stand kommen muss. Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister.

Ansonsten warte ich darauf, dass ich das Bein mehr belasten und auch sitzen darf, dies könnte im günstigsten Fall übernächste Woche sein. Dann darf ich 2-3 Tage nach Hause, um alles nötige zu regeln und werde dann in die Rehaklinik gebracht.

Das kann ich natürlich kaum erwarten, denn dann darf ich richtig arbeiten, um wieder fit zu werden.

Meine Muskulatur ist fast nicht mehr da (wie man unschwer auf dem Bild erkennen kann), aber sie wird mit Sicherheit relativ schnell wiederkommen.


Petra (im Auftrag von Dimi)